Institut für systemische Fort- und Weiterbildung, Supervision und Coaching

DGSF Jahrestagung 2018 – Workshop

21.09.2018 | 14:00 – 17:30 | gr. Workshop | Raum :
Elternpräsenz statt Suchtpräsenz – das systemische Elterncoaching

Familien müssen sich in der Phase der Ablösung der Jugendlichen aus dem Elternhaus neu organisieren. Die für alle Beteiligten funktionale Weiterentwicklung bezogener Individuation wird dann beeinträchtigt, wenn der Konsum von Rauschmitteln oder/und exzessiver Mediengebrauch zu einer leidvollen Selbstorganisation führt, die wir Suchtpräsenz nennen. Die Kommunikation mittels des Rauschmittels und über das Rauschmittel bzw. über den Mediengebrauch übernimmt (kommuniziert) in der Familie die Systemsteuerung.

Das Konzept dieses Coachings vermittelt Eltern, wie sie selbst aus der Kommunikation „Suchtpräsenz“ aussteigen können und mit der Entwicklung elterlicher Präsenz so zu kommunizieren lernen, dass der Jugendliche verstehen lernt, dass ihm die Eltern seine Autonomieentwicklung (Individuation) überlassen, aber sich gleichzeitig aus Liebe zum Sohn oder zur Tochter für ein gesundes Leben einsetzen müssen (Bezogenheit). Der Workshop beschäftigt sich zunächst mit der Eingangs- und der Verlaufsdiagnostik, die zur Indikationsstellung des Elterncoachings führen.

Im 2. Teil wird mit Hinweis auf die Luhmannsche Systemtheorie Information-Mitteilung-Verstehen unser Ansatz des theoriegeleiteten systemischen Arbeitens erläutert: Im Familiensystem muss „nur“ die Kommunikation auf eine neue und andere Weise kommunizieren, um zu „gewünschten“ Veränderungen zu gelangen. Dieses wird im Workshop u. a. anhand der Übung „Das Systemspiel“ demonstriert. Darüber hinaus nutzt das Elterncoaching systemtheorienahe Anleihen aus der Lerntheorie (Verstärkung durch Zuwendung), der Hypnotherapie (zielorientierte Kommunikation, die Kraft der Suggestion) und der Hirnforschung (Psychoedukation über Pubertät und Suchtentwicklung). – Erläuterung anhand von Praxisbeispielen.