Institut für systemische Fort- und Weiterbildung, Supervision und Coaching

achtsam pubertierende Eltern

Trauriger JungeFolgende Situation: die Eltern, der 16jährige Sohn Max , die 14 jährige Tochter Inge.

Die Eltern möchten gerne wenigstens einmal am Tag mit der ganzen Familie gemeinsam essen. Verständlich. Eigentlich könnte das doch ein schönes Zusammensein sein. Man tauscht sich entspannt über den Tag aus. Hat man ein Problem, fragt man die anderen zu deren Meinung, hat ein paar zusätzliche Ansichten und kann sich selbst weitere Gedanken machen. Alle haben einen Punkt im Alltag der Bezogenheit und doch kann auch jede/r die eigenen Wege gehen und keiner redet einem wirklich rein.

Beide Jugendlichen kommen, nicht immer, aber oft gelangweilt bis genervt zum Abendessen – also eher der Eltern wegen, wobei sich seit Beginn der Pubertät und des Ablösungsprozesses die Beziehung zu den Eltern gegenseitig eher eine angespannte ist.

Die Jugendlichen haben Stimmungsschwankungen mit denen die Eltern nicht mehr mitkommen. Die Jugendlichen zeiugen sich sensibel, leicht genervt und häufig Impuls gesteuert. Die Eltern verstehen vieles nicht, sind oft irritiert bis ratlos, versuchen in Kontakt zu kommen, manchmal einzuschreiten, fragen viel und reagieren ihrerseits manchmal bis oft genervt und frustriert.

Das ist die Szene. Ich bat die Eltern um das folgende Experiment damit sie lernen können, achtsam zu werden:

Sie sitzen am Esstisch und die Jugendlichen (gezwungenermaßen) auch. Bei denen ist Mal wieder spürbarer Widerwillen, daß man jetzt schon wieder miteinander hier sitzen muß. Man ist kaum miteinander in Kontakt. Ein Gespräch kommt nicht in Gang. Es ist absehbar, daß gleich einer der beiden Jugendlichen schlecht gelaunt und gequält sich halbherzig entschuldigend davon machen wird.

Nun das neue Verhalten der Eltern als Experiment, um achtsam ihre beiden pubertierenden Kinder mentalisieren zu lernen:

Die Eltern sollen am Eßtisch sehr achtsam die beiden Jugendlichen unauffällig beobachten, z. b. der Vater den Jungen und die Mutter das Mädchen.

Die Eltern sollen auf jene Anzeichen achten, die zeigen, daß einer der Jugendlichen gleich keinen Bock mehr zeigt und sich vermutlich empfehlen wird.

5 sekungen (bitte nicht wörtlich, sondern symbolisch nehmen) bevor der Jugendliche gleich aufstehen wird, sagt z. B. die Mutter “Ich merke schon, du möchtest aufstehen. Das ist schon OK. Du kannst gerne gehen. Das bitte nicht ironisch ! sagen, sondern echt freundlich, gewährend, verständnisvoll, respektvoll und wertschätzend. Und wenn sich die Eltern so nicht fühlen, dann sollen sie es wenigstens spielen und so tun, damit der Jugendliche es so verstehen muß.

Was glaubst du, was dieser Jugendliche nach einer stressigen Phase mit seinen Eltern nun für ein Gesicht macht?!

Meine Prognose: Du machst das als Vater oder Mutter keine 5 Mal

wie gesagt ca. 5 sec. bevor das Verhalten gezeigt wird, schon sagen, daß es kommen wird und die Erlaubnis dazu geben

und Eure Beziehung wird sich ganz spürbar positiv verändern!

Ich bin auf Erfolgsmeldungen gespannt!