Institut für systemische Fort- und Weiterbildung, Supervision und Coaching

Was ist, wenn Max nur deswegen kifft, weil …

… seine Eltern nerven und er sich nicht abgrenzen und konfrontieren mag oder kann. Es gibt halt Jugendliche, die sich mit ihren und die Eltern mit ihnen, in einem Beziehungsmuster festgefahren haben, das, milde gasagt, gegenseitig nervt, manchmal aber auch durchsetzt ist, von gegenseitigen Respektlosigkeiten, Kränkungen, Vorwürfen, Aggressionen und Eskalationen.

Wo ist für Eltern der Notausgang? Wie finden Eltern heraus, ob diese belastete Familiensituation etwas mit dem Konsum von Max zu tun hat?

Als erstes brauchen Eltern jetzt Zuversicht und Geduld als Basis für das folgende Vorgehen. Zweitens eine Änderung in ihrer elterlichen Haltung: Wir verabschieden uns von dem Glauben, wir könnten als Eltern Max unter Kontrolle bringen, sondern wir schauen auf uns selber und bringen uns selbst und unser Verhalten unter Kontrolle. (Siehe Respekt, Sendepause) D. h. Eltern ziehen sich zurück; steigen auf keine Provokationen mehr ein; bleiben in jeder Situation (zumindest äußerlich) cool und gelassen; vertagen alle Entscheidungen bis zu eigenen Klärung oder Klärung mit dem anderen Elternteil  usw. Wie man so sagt, die Eltern lassen Max laufen und beobachten nur noch, denn wenn er sowieso macht, was er will, wozu dann noch Einfluß nehmen, zumal der Versuch der Einflußnahme zu Streit und Generve führt.

Wenn Sie sich dann Zeit geben, 4 Wochen, 8 Wochen, 1/2 Jahr – keine einzige Reaktion der Eltern, die auf Max’ Leben Einfluß nimmt. Auch keine Fragen mehr stellen. Keine Kritik üben. Also keinen Einfluß mehr auf Max ausüben! Aber vertreten Sie klare Standpunkte: Ich möchte, daß … ! Aber nur ein Satz und äußerst sparsam und ohne erneuten Nachdruck, d. h. gezielt anwenden! Egal was Max macht oder nicht macht, immer mal wieder sagen, Max, ich möchte das so (oder so) haben!

Geben Sie ihm 6 Monate Zeit. Geben Sie der Eltern – Sohn – Beziehung 6 Monate Zeit und Ruhe.

Max ist damit um die Auseindersetzungen mit den Eltern befreit und hat nun endlich Raum und Zeit, sich wirklich mit sich selbst und seiner eigenen Orientierung zu beschäftigen.

Wenn Sie dann innerhalb dieser 6 Monate, feststellen, daß Max immer noch konsumieren sollte oder Sie sind zumindest unsicher, ob er noch konsumiert, erst dann intervenieren Sie. Und diese Intervention ist dann auf dem Boden des 6 monatigen elterlichen Ruhegebens umso so beeindruckender und wirksamer!